Blau-Weiße Tollwut Datteln e. V.
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Auswärts in Augsburg 2016/2017

Samstagmorgen 5 Uhr geht es los. Tollwütige Schalker, eine mit Getränken gefüllte Kühlbox, Frikadellen und der Berlin-Gedächtniskuchen, der auf keiner Auswärtsfahrt fehlen darf, machen sich auf den Weg nach Augsburg. Kurz vor der Autobahn noch schnell zum Bäcker, die Brötchen fehlen noch. So, alles erledigt, verhungern und verdursten werden wir wohl nicht, ab auf die Bahn.

Um 5:45 Uhr haben wir das Feindesland ohne Verluste durchquert und konnten dem restlichen Fanclub Meldung erstatten, welche kurze Zeit später von einem Mitglied honoriert wird. Die anderen schlafen wohl noch, kein Wunder um diese Uhrzeit Samstagmorgens.

Nach dem Frühstück, Frikadellen im Brötchen und Berlingedächtniskuchen, fangen wir an die Sanifair-Bons zu sammeln, Kaffee sei Dank.

Morgens halb Zehn in Deutschland: wir stehen auf der A3 im Stau und feiern das mit Knoppers, der kleinen Reblaus und Radler. Nach 15 Minuten geht´s weiter und auch das letzte Vorstandsmitglied kennt nun die Schreibweise der Namen der Mitglieder.

Um 11 Uhr wird getestet, ob das heimischen Bier die Überquerung der Landesgrenze gut überstanden hat. Test bestanden und wir haben bald ein Sanifair Kartenspiel zusammen.

Als wir um 12.45 Uhr an unserer Unterkunft ankommen, wissen wir, dass wir diesmal nicht das Mannschaftshotel gebucht haben. Nachdem uns klar wurde, dass der Hausmeister das von uns stornierte 3 Personen Apartment und nicht die gebuchten Doppelzimmer für uns reserviert hatte, gab es nur eins: wir schlafen unter der Brücke oder in der Bahnhofsmission, sind ja Schalker. Oder: diskutieren bis dem die Ohren abfallen und das kann ich, fragt mal meinen Mann.

Nach einer Friedenspfeife mit dem Hausmeister und einer Gerstenkaltschale, beruhigt ungemein, bestellen wir uns ein Taxi, da uns langsam die Zeit wegläuft und unser Fahrer auch ein Beruhigungsgetränk brauchte.

Klasse die Idee mit dem Taxi. Der Kurs stimmt und der Fahrer lässt uns direkt am Eingang vom Stadion raus. Meine Füße sind so dankbar.

Im Stadion ergattern wir uns erstmal eine Bezahlkarte, Knappenkarte oder Sanifair-Bons nehmen die ja nicht. Nun stehen wir vor der großen Frage, was trinken wir. Die nette Verkäuferin meint, Bier ist ohne Alkohol, aber Radler, da ist Alkohol drin. Die Männer bleiben eisern und bestellen Bier, wir Frauen meinen, Alkohol kann nicht schaden, also Radler. Irgendwie versteh ich die in Augsburg nicht. Von Alkohol keine Spur und schmecken, na ja.

Das Spiel fängt an. Rechts neben uns die Ultras, die wie immer alles geben. Vor uns das Spielfeld auf dem unsere Mannschaft ebenfalls versucht alles zu geben. Und wir mittendrin. Die letzten Reserven werden von irgendwo hergeholt und wir stimmen mit ein.

Nach dem Foul schlägt die Stimmung etwas um. Natürlich war das aus unserer Sicht eine rote Karte, natürlich haben wir uns auch aufgeregt. Aber es hat ein Spieler gefoult und nicht die ganze Mannschaft oder die Fans. An dieser Stelle „Gute Besserung Embolo“.

Man hat sich wieder beruhigt. Aus unserem Block klingt seit einer gefühlten halben Stunde „Um die halbe Welt sind wir gefahren…“ So fühl ich mich auch, seit 4 Uhr auf den Beinen, merke ich gerade. Bemerke auch , dass unsere Mannschaft wohl auch so lange wach ist. Plötzlich machen sich die Fans auf denSitzplätzen bemerkbar. Sie stimmen den Wechselgesang an und die alle machen mit. So, es geht weiter: „Schalalala, Lalalala, Schalalalala, Lalalala Schalke“. Und es hilft: TOOOOOOOR, oder doch nicht, oder doch, oder was? Doch.

Den Ausgleichstreffer haben wir dann auch gesehen, wollten wir doch gar nicht. Na dann wird das wohl nichts mehr mit unseren Auftrag 3 Punkte mitzubringen. Aber Einen gibt´s, wir steigern uns.

Das Spiel ist vorbei, wir laufen zur Haltestelle, wo die Straßenbahnen, Entschuldigung: die heißen hier ja Tram (Mehrzahl Trams?), im Minutentakt Richtung Hauptbahnhof fahren. Am Hauptbahnhof gehen wir in die Braustube 1516. Hier sind einige Augsburgfans und viele Schalker. Hier werden Schalker Lieder gesungen, hier fühlen wir uns wohl. Das Essen ist sehr gut und das Bier richtig süffig. Was fehlt nach dem Essen, eine Zigarette. Also ab nach draußen. Da erwartet uns schon ein Augsburgfan und singt „ Mäusken willste mit mir Eis essen gehen..“ Und fragt uns dann auf bayrisch, ob das so richtig war. Kamen mit ihm ins Gespräch und sein Gesangslehrer, ein Schalker aus´m Pott, der aber nach Schwaben gezogen ist, kam dazu. Wurde ein lustiger Abend. Hoffe nur, das der Schalker dann seinen Zug bekommen hat, nachdem er schon vier verpasst hatte.

War ein langer Tag, ab ins Bett und schlafen. Bis genau 3:17 Uhr. Da kamen doch noch ein paar bayrische Partylöwen an. Die hatten eigentlich schon genug, aber ein bisschen Musik geht doch immer, oder auch nicht. Irgendjemand hat dann ein Einsehen und die Lautstärke wird reduziert. Na gut, dann hört man die quietschenden Betten wenigstens nicht.

Doch gut geschlafen, jetzt Frühstück. Aber wo ist unser Hausmeister, der uns Frühstück machen wollte. Auf einmal bewegt sich ein Gitter vor dem Haus. Und wer kommt aus dem Kellerfenster herausgekrochen, unser Hausmeister. Da hat ihn wohl jemand eingesperrt.

Nachdem Frühstück geht´s ab Richtung Heimat. Zum Mittag wird unser Sanifair-Kartenspiel in Heißgetränke umgewandelt, da findet man 4 Euro für einen Kakao auch nicht mehr so schlimm. Die letzten Frikadellen und der Berlingedächtniskuchen müssen auch dran glauben.

Nach einigen weiteren Kilometern kommt das schöne Gefühl: Der Pott hat uns wieder.

Glück auf und wir sehen uns, Auswärts oder Auf Schalke.


© geschrieben von Ina